Therapie ja oder nein?

Selbstbewusste Akzeptanz einer Störung bedeutet:

  • ... sich mit ihr beschäftigen können, (z.B. üben oder im Wörterbuch nachschlagen)
  • ... sich Techniken aneignen oder auch selbst finden
  • ... sich nicht schämen
  • ... sich nicht wertlos und klein fühlen
  • ... die Schwäche nicht verdrängen müssen
  • ... keine Versagensängste aufbauen, die sich auf andere Gebiete ausweiten können

Die Angst vor dem Versagen, das bei Eltern, Erziehern und nicht zuletzt bei den Kindern vorhanden ist, erschwert das Üben und die Suche nach der richtigen Methode. Nicht selten bleibt alles erfolglos.

Schüler/innen mit einer Teilleistungsstörung – das heißt, ein Teil der zu erwartenden Leistung kann nicht erbracht werden – haben es besonders schwer. Auf der einen Seite sieht man ihre guten Leistungen und Ergebnisse, aber in einem anderen Fach können sie diese Leistungen nicht zeigen.

Die Angst vor dem Versagen äußert sich in den Gedanken
... des Kindes: "Gleich mache ich wieder alles falsch"
... der Eltern: "Gleich erkläre ich wieder alles nicht richtig."
... aller Beteiligten: "Die ganze Sache ist eigentlich hoffnungslos."
Tränen, Wutausbrüche, Beschuldigungen und am Ende des Tages Schuldgefühle bei jedem sind häufig zu beobachten.

Beratung für Eltern

Ja, wenn Sie Ihrem Kind präventiv eine Hilfestellung geben möchten, weil Sie aus der bisherigen Lebensgeschichte des Kindes (Krankheiten, auffälliges Spielverhalten) oder aus der Familiengeschichte (Vater, Großmutter waren auch LRS oder rechenschwach) befürchten, dass ihr Kind früher oder später Probleme in der Schule haben könnte.

Beratung zur Lernsituation und -methode

Ja, wenn die Lernsituation zu Hause noch nicht belastet ist, aber sich abzeichnet, dass die Lernmethode nicht sehr effizient ist. Dann kann eine Beratung oder regelmäßige Beratungen alle 2-3 Monate durchaus hilfreich sein. Professionelle Hilfe direkt für das Kind kann dann ggf. kurzfristig und für kurze Zeit vereinbart werden.

Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapie

Ja, wenn die Lernsituation zu Hause belastet ist. Die Lerntherapie ist eine Aufarbeitung des Könnens des einzelnen Kindes auf den Gebieten, in denen sich die Leistungsstörung zeigt. Die Therapie geht dabei über die reine Wissensvermittlung einer Nachhilfe hinaus. Für jedes Kind wird ein individueller Lern-und Förderplan erstellt. Dieser richtet sich nach den diagnostisch erfassten Defiziten, der Lernentwicklung und den daraus entstehenden Fehlerarten. In den einzelnen Förderstunden werden gezielt die Defizite aufgearbeitet. Die zu Hause durchgeführten Übungen dienen der Festigung z.B. des Grundwortschatzes.