Therapie ja oder nein?

„Ein Doktor mit LRS?“

Teilleistungsstörungen sind keine Krankheiten. Es kann nicht erwartet werden, dass ein Medikament und / oder ein bisschen Therapie sämtliche Symptome „wegheilt“. Eine solche Schwäche bleibt, aber ihre Symptome, die Auswirkungen, können verringert werden. Die Unsicherheit, beim Schreiben, werden auch Erwachsene mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche haben. Sie schreiben aber keine 40 Fehler mehr. Sie haben gelernt, mit Hilfsmitteln - einigen Tricks – die meisten Wörter richtig zu schreiben oder sie tauschen die Wörter bei denen sie sich unsicher sind, durch ein anderes Wort aus oder schauen in ein Wörterbuch. Sie schämen sich auch nicht die Hilfe bei Bekannten, Mitarbeitern und Freunden zu suchen.

Selbstbewusst seine Störung zu akzeptieren, bedeutet:

  • sich mit ihr beschäftigen können, (z.B.üben oder im Wörterbuch nachschlagen)
  • sich Techniken aneignen oder auch selbst finden
  • sich nicht schämen
  • sich nicht wertlos und klein fühlen
  • die Schwäche nicht verdrängen müssen
  • keine Versagensängste aufbauen, so dass sie sich auf andere Gebiete ausweiten können.

Die Angst vor dem Versagen, das bei Eltern, Erziehern und nicht zuletzt bei den Kindern vorhanden ist, erschwert das Üben, die Suche nach der richtigen Methode, und nicht selten bleibt alles erfolglos.

Schüler/innen mit einer Teilleistungsstörung, d.h. ein Teil der zu erwartenden Leistung kann nicht erbracht werden, haben es besonders schwer. Auf der einen Seite sieht man ihre guten Leistungen und Ergebnisse, aber in einem anderen Fach können sie diese Leistungen nicht zeigen.

Die Angst vor dem Versagen äußert sich in den Gedanken ...

  • Des Kindes: „Gleich mache ich wieder alles falsch“
  • Der Eltern: „Gleich erkläre ich wieder alles nicht richtig.“
  • Beider: „Die ganze Sache ist eigentlich hoffnungslos.“

Tränen, Wutausbrüche, Beschuldigungen und am Ende des Tages Schuldgefühle bei jedem sind häufig zu beobachten.

Beratung für Eltern
Ja, wenn Sie präventiv Ihrem Kind eine Hilfestellung geben möchten, weil Sie aus der bisherigen Lebensgeschichte des Kindes (Krankheiten, auffälliges Spielverhalten) oder aus der Familiengeschichte (Vater, Großmutter waren auch LRS oder rechenschwach) befürchten, dass ihr Kind früher oder später Probleme in der Schule haben könnte.

Beratung zur Lernsituation und -methode
Ja, wenn die Lernsituation zu Hause noch nicht belastet ist, aber sich abzeichnet, dass die Lernmethode nicht sehr effizient ist. Dann kann eine Beratung oder regelmäßige Beratungen alle 2-3 Monate durchaus hilfreich sein. Professionelle Hilfe direkt für das Kind kann dann ggf. kurzfristig und für kurze Zeit vereinbart werden.

Therapie
Ja, wenn die Lernsituation zu Hause belastet ist.

Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapie

Die Lerntherapie ist eine Aufarbeitung des Könnens des einzelnen Kindes auf den Gebieten, in denen sich die Leistungsstörung zeigt.

Die Therapie geht dabei über die reine Wissensvermittlung einer Nachhilfe hinaus.
Für jedes Kind wird ein individueller Lern-und Förderplan erstellt. Dieser richtet sich nach den diagnostisch erfassten Defiziten, der Lernentwicklung und den daraus entstehenden Fehlerarten.
In den einzelnen Förderstunden werden gezielt die Defizite aufgearbeitet. Die zu Hause durchgeführten Übungen dienen der Festigung z.B. des Grundwortschatzes.